DACHGESCHOSZAUSBAUTEN ALTSTADT SALZBURG
WOHNHAUS
2017
765 M² NNF
Das Projekt umfasst zwei Objekte, die gegenüber positioniert sind: das eine direkt an der Straße, das andere dahinter im Hof, der Bereich dazwischen ist begrünt.

Das Objekt an der Straße weist die für die Bauten des 19. Jahrhunderts charakteristischen und dieses Gebiet prägenden Bau- und Dekorationsformen des Späthistorismus auf. Vom Magistrat der Stadt Salzburg wurde festgestellt, dass das Wohnhaus für das charakteristische Gepräge des Stadtbildes und das Stadtgefüge von Bedeutung ist.
Der von der Sachverständigenkommission für Altstadterhaltung goutierte Entwurf sieht daher vor, den bestehenden Dachstuhl zu entfernen und unter Einhaltung der bestehenden Dachform und Dachhaut sowie Grate, First- und Traufenhöhen eine neue Dachschale zu errichten. In diese werden zwei großzügige Wohnungen geplant, die lediglich über eingeschnittene Terrassen und bestehende Lichthöfe bzw. Lichtbrunnen belichtet werden. Dadurch bleibt die charakteristische Dachform von Aufbauten gänzlich ungestört.

Das Hofgebäude wurde anfangs als zweigeschoßiges Wohnhaus mit steilem Pultdach nach den Plänen von Baumeister Crozzoli errichtet. Durch einen Bombenschaden im zweiten Weltkrieg zerstört, wurde es als dreigeschoßiger Bau mit flach geneigtem Dach wiedererrichtet. Vom Magistrat der Stadt Salzburg wurde festgestellt, dass das Hofgebäude für das charakteristische Gepräge des Stadtbildes und das Stadtgefüge nicht von Bedeutung ist.
Entsprechend der Stellungnahme der Sachverständigenkommission für Altstadterhaltung geht der Entwurf also von einem geknickten Dachkörper aus, der im Anschluss an das Pultdach des Nachbarobjektes bis zum bestehenden dreigeschoßigen Aufbau weitergeführt wird. Durch die Bezugnahme auf das Nachbarobjekt entsteht einerseits ein Dialog mit den im Umfeld gelegenen Dachkörpern der umliegenden Innenhofgebäude, andererseits wird so eine harmonische Einfügung in das Stadtbild und Stadtgefüge gewährleistet.
In diese Dachform wird eine Terrasse und Dachgaupe eingeschnitten und schafft so Raum für eine großzügige Wohnung. Durch die Ausformulierung der Gaupe mit unterschiedlichen Raumhöhen und der nicht zum Außenmauerwerk parallel geführten Glasfläche entsteht eine Dachgeometrie und Balance zwischen tradiertem Formengut im Stadtbereich und dem neuen Bauelement.