MULTIFUNKTIONSHALLE
STADION MIT MEHRZWECKHALLE
OKTOBER 2003
22184 M² NNF
Vom Monolog zum Dialog ...

Dialog als ein Prozess des Einschwingens. Ein Bild dafür ist der Tanz der Indianer, der mit dem Trommeln beginnt. Sie trommeln mit ihren Herzen, so lange bis die Herzen im gleichen Rhythmus schlagen. Sie singen, klatschen, gehen, atmen … sie tanzen in Worten.



Das Projekt …

schwingt in der notwendigen Einheit von Alt und Neu um den Emotionen eines traditionsreichen Bauplatzes, in den Empfindungen der Bewohner der Stadt Halle stark verankert, begegnen zu können. Jahrzehntelang hat das Kurt Wabbel Stadion Mengen in seinen Bann gezogen, Begeisterung und Enttäuschung, Menschenmassen und einsame Stille erlebt, politischen Wandel in einer großen Spannweite überdauert, am Ende seiner Tage jedoch den Anforderungen der modernen Sportwelt nicht mehr entsprochen.

Die Begegnung mit der Historie erfolgt in einem neuen Nebeneinander. Die umschließende, das Neue umarmende Fassade bleibt erhalten, das Betreten der alten Aufgänge lässt das Einstmalige wieder erstehen, der erste Blick in das Stadion, die ersten Eindrücke. Die neuen Balkone entlang der Mauern lassen bewusst jenes Erscheinungsbild zu, das Viele lange Zeit erlebt haben - Erinnerungen werden geweckt.

Mitten in der leicht fallenden Piazza steht das neue multifunktionale Gebäude. Das Objekt wird in seiner gesamten Dimension dem Betrachter erfassbar. Einem Blütenblatt gleich schwebt das Dach, weit ausladend über den Tribünen - ein zarter Fingerzeig bis hinein auf die Straße der Republik. Gehalten durch einen Solitär, der das Ponton zum Stadion bildet. Foyer, Erlebnisgastronomie, Konferenzzentrum - Magnetfunktionen, die Leben in sich tragen, das zusätzlich genährt wird durch einen einmaligen Weitblick in das Landschaftsschutzgebiet Saaletal.

Zentrum der Tribünen bildet die Spielfläche - ein breiter Funktionsmix und damit einhergehende Flexibilität erscheint wesentlich als Nährboden für Leben. Die Tribüne schwingt und flieht nach außen. Dort, wo die größten Menschenmassen ihren Sitzplatz finden, baut sich gegenüber der Solitär mit den VIP - Loungen auf.

Der Solitär unterliegt der Maxime weit möglichst parallel zur Arena zu funktionieren, d.h. beide sollen einander ergänzen, dort, wo es notwendig erscheint - als Foyer, als Vip- Lounge, als Gastronomie im Verbund mit sportlichen Events. Und gleichzeitig sollen sie autark nebeneinander bestehen können.

Auf der leicht fallenden Piazza führt der Besucherstrom Regie. Die Masse wird dieses "Dazwischen" bevölkern, der Zugang in das Stadium findet hier seine Ordnung ohne eingeengt zu werden. Durch die hohe Verglasung verschwimmt der Übergang von außen nach innen, lässt bereits hier schon Atmosphäre erspüren, Begeisterung und Erwartung werden genährt - ein schrittweises Einstimmen findet seinen Raum.