KARL AM STERNECK
BÜRO- UND GESCHÄFTSHAUS
FEBRUAR 1997
€ 2.326.000.-
2.281,46 M² NNF
11.960,00 M³ BRI
Das Projekt liegt in einem städtebaulich großteils unattraktiven und in seinem Gesamtkonzept ungelösten Stadtteil. Mit wenigen Ausnahmen wurden architektonischen und gestalterischen Gedanken kaum Bedeutung beigemessen. Zusätzlich herrscht ein starkes Verkehrsaufkommen durch die Lage an einer stark befahrenen Kreuzung.

Die Idee des „roten Hauses“ – sie stellt sich diesen Parametern entgegen. Seine Farbe und Kubatur, sein Auftreten und Aussehen, die Situierung und sein Wesen verkörpern eine gestaltende Kraft. Ein Solitär – ein Gebäude, das Signifikanz bedeutet im Stadtbild, das Wertigkeit und Hinorientierung beansprucht. Nach außen hin wirkt es abgeschlossen, mit seiner schiefen, geschmeidig sich bewegenden Fassade und der Vielzahl geordneter „hineingestanzter“ Fensteröffnungen. Ein ungewöhnlich gestalteter, in sich geschlossener Kubus.

Natürlich sticht das „rote Haus“ ins Auge und verfehlt seine gestaltende Wirkung im Stadtbereich nicht. Doch nicht Aggression oder Disharmonie werden darin sichtbar, sondern ein Objekt, das Mut zur Farbgestaltung signalisiert.

Ein reizvolles Auftreten, das die klare Frage nach dem „Dahinter“ und „Darinnen“ aufwirft. Gewohnte Normen werden hinterfragt und Reaktionen hervorgerufen, die zuerst erratisch aber schließlich doch bereichernd wirken. Das Gebäude muss „erobert“ und verwendet werden, um seinen wahren Reiz zu verstehen - Introvertiertheit nach außen, doch viel Flexibilität und Großräumigkeit in seinem Inneren.