GRAZER BUNDESSTRASSE
WOHNHAUS
NOVEMBER 1996
1000,00 M² NNF
Umfeld des Bauplatzes bildet ein Stadtteil mit alten Bauten wie Mühlen, kleinen Gewerbebetrieben und Gehöften, am Grundstück selbst liegt ein Vorstadthaus aus dem 17. Jahrhundert. Ein räumliches Gefüge im Übergang der Stadt zum Umland, ein durchlässiges Gebiet, das im Sinne seiner Stärken nach Modifizierung und auf der anderen Seite altersbedingt nach Sanierung und Ergänzung verlangt, und dabei so manche räumliche Verbesserung, sei es im Bereich des Lärmschutzes oder einer Verdichtung, notwendig erscheinen lässt.

Das Projekt umfasst zwei gestaltende Elemente. Zum einen das alte Gerichtsdienerhaus, das in seinem Charakter erhaltenswert erscheint. Entsprechend moderner und zeitgemäßer Ansprüche soll es adaptiert und saniert werden, da die Substanz sich in einem eher desolaten Zustand zeigt. Das Flair eines alten Objektes wird in eine zeitgemäße Nutzung einbezogen, der Reiz von "Geschichte" wird spürbar, durchaus attraktiv und im Bereich des Besonderen.

Ergänzung erfährt der Stadtraum durch einen langgestreckten Riegel, der in seiner Proportionierung die Grammatik des Gebietes erkennt und umsetzt. Eine klare architektonische Formensprache, rhythmische Formen, Symmetrie und gleichzeitig spannungsvolle Heterogenität, die ein genaues Betrachten, Erforschen erfordert, der Struktur Reiz und Lebendigkeit vermittelt - ruhig aber keineswegs monoton. Der Baukörper unterliegt klaren räumlichen Organisationen, die dem Norden eine Rückseite, eine abgewandte und verschlossene Flanke bieten, wohingegen der Süden eine offene, freundliche, einladende Haut besitzt. Lochfassade im Gegensatz zu raumhohen Verglasungen. Innere Strukturen und äußeres Erscheinen ergänzen einander, lassen ein Ablesen und Verstehen eines Baukörpers zu.