SALZBURGER BLUMENHOF
GROSSHANDELSBETRIEB
JÄNNER 1994
4.130,00 M² NNF
22.480,00 M³ BRI
In der ausgedehnten Ebene, wo die Landebahn des Salzburger Flugfeldes liegt, galt es, für den Großhandelsbetrieb, Gartenbau Einkaufs- und Verkaufs-Gen.m.b.H., das Gebäude mit Lager- und Verkaufsflächen und mit einigen Büroräumlichkeiten zu errichten. Die winkelförmige Anlage enthält im östlichen Flügel geschlossene Laderampen für An- und Auslieferung, die Blumenhalle mit Blumenbörse und darüber ein riesiges Kartonagenlager; im westlichen Flügel ist ein Hochregallager für Bedarfsartikel mit eigener An- und Auslieferung untergebracht. Der Angelpunkt wird von einem großen Verkaufsbereich eingenommen, darüber liegen die Büros.

Die eigentliche Ecke ist zu einer signalhaften Spitze ausgezogen, die scharfkantig nach Norden zeigt und das Wahrzeichen des Bauwerkes bildet. Die Nutzung bringt es mit sich, dass nur wenige Räume Fenster benötigen. Sie sind zu Bandfenstern zusammengefasst, oder sie lassen als mächtige Fensterwände Licht in die Treppenhalle und die Verkaufsräume fluten. Diese Polarisierung von Wand- gegenüber Fensterflächen zur Spitze hin verleiht dem Gebäude ein monumentales Aussehen, das im Maßstab bestens zu den startenden und landenen Flugzeugen auf der angrenzenden Rollbahn passt.

Der weitgehend verwendete Sichtbeton erhielt seine Holztextur von den in die Schalung eingelegten Kunststoffmatritzen. Eine geplante Begrünung der Wände und des Daches wird den Charakter des Gebäudes sukzessive verändern. Das Pathos der schweigend leeren Wände wird relativiert werden, nur die Spitze wird ihre besondere Funktion als landschaftliches Zeichen wahren.

Im Innern ist mit einfachen, dauerhaften Maßnahmen eine Grundstruktur geschaffen worden, die von individuellen Einbauten für den Verkauf überlagert wird. In der Treppenhalle sind die Materialien edler, sodass Anklänge an Abflugs- oder Abfahrtshallen entstehen. So bezieht das Gebäude über seine profane Funktion hinaus ein Stück Bedeutung aus dem Ort und schafft zugleich einen Bezug zur weiten Welt.

Dr. Walter Zschokke, Wien